Herbststimmung viel besser als erwartet

Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Lübeck

Die Geschäftslage des Handwerks war im Herbst besser, als noch vor drei Monaten erwartet wurde. Dafür sind die Zukunftserwartungen für den Start ins Jahr 2012 gedämpfter.

In den Monaten Oktober bis Dezember 2011 hat sich die Stimmungslage der gut 16.900 Handwerksbetriebe im Bezirk der Handwerkskammer Lübeck, mit den Städten Kiel, Lübeck und Neumünster sowie den Kreisen Hzgt. Lauenburg, Ostholstein, Pinneberg, Plön, Segeberg, Steinburg und Stormarn, entgegen den Erwartungen verbessert. Knapp 300 Handwerksbetriebe nahmen wieder an der vierteljährlichen Konjunkturumfrage teil und beurteilten ihre wirtschaftliche Situation im IV. Quartal 2011 wie folgt: 42 Prozent nannten sie „gut“, 50 Prozent „befriedigend“ und 8 Prozent „schlecht“. Im Vorquartal beurteilten 36 Prozent der Betriebe die Lage mit „gut“, 53 Prozent mit „befriedigend“ und 11 Prozent mit „schlecht“).

Trotz aller Unruhen an den internationalen Finanzmärkten, insbesondere was die Stabilität des Euro angeht, hat die deutsche Binnenkonjunktur und damit auch das Handwerk eine sehr stabile Verfassung.

Erwartungen deutlich gedämpfter
Für den Jahresbeginn 2012 sind die Erwartungen deutlich gedämpfter, d. h. 17 Prozent der Betriebe gehen von einer Verbesserung, 63 Prozent von einer kaum veränderten Situation und 20 Prozent von einer Verschlechterung ihrer Geschäftslage aus.

Der Konjunkturindex, also der Anteil der guten und die Hälfte der befriedigenden Einschätzungen für einen langfristigen Vergleich, erhöhte sich um 4,5 Indexpunkte auf 67 Punkte. Aufgrund des noch überdurchschnittlich hohen Stimmungsniveaus stieg der durchschnittliche Konjunkturindex ab 1994 um 0,3 Punkte auf 47 Punkte.

Die bereits oben angesprochenen übertroffenen Erwartungen aus dem III. Quartal 2011 (Soll-Ist-Vergleich) sahen konkret wie folgt aus: 16 Prozent der Betriebe erwarteten eine Verbesserung, 70 Prozent kaum Veränderungen und 14 Prozent eine Verschlechterung ihrer Geschäftslage. Deutlich über dem Wert des Vorquartals (25,5 Punkte) lag diesmal die maximale Differenz der Beurteilungen aller sieben Gewerbegruppen zur Geschäftslage.

Große Stimmungsunterschiede in den Gewerbegruppen
Während das Bauhauptgewerbe eine unverändert gute Stimmung vermeldete, reagierte das Ausbaugewerbe geradezu euphorisch. Die Handwerke für den gewerblichen Bedarf beurteilten ihre Geschäftslage verbessert gegenüber dem Vorquartal, wohingegen das Kfz-Gewerbe erneut „einen Gang zurückschaltete“. Die Superstimmung des Nahrungsmittelgewerbes hält auch im Herbst an und das Gesundheitsgewerbe wies einen deutlichen Stimmungsaufschwung auf. Das personenbezogene Dienstleistungsgewerbe wartete mit der schlechtesten Stimmung aller Gewerbegruppen auf.

Die weiteren Stimmungsindikatoren des IV. Quartals 2011 wie Beschäftigtenzahlen, Auftragsbestand, Umsatz, Verkaufspreise und Investitionen lagen im ausgeglichenen und positiven Bereich.

Die ausführliche Konjunkturumfrage lesen Sie im Internet unter www.hwk-luebeck.de/konjunktur.

 

Bildnachweis: hfr

Heiko Nissen