Gute Ideen aus dem Mittelstand

SIGNAL IDUNA-Umwelt- und Gesundheitspreis

Der mit 15.000 Euro dotierte SIGNAL IDUNA-Umwelt- und Gesundheitspreis der Handwerkskammer Hamburg wurde im Elbcampus Ende November 2011 zum 15. Mal verliehen. Der zweite Preis ging dieses Jahr an ein Hamburger Unternehmen.

Freuten sich über den zweiten Platz aus Hamburg: Handwerkskammerpräsident Josef Katzer, Preisträger Jochen Stepp, take-e-way GmbH, Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks, Vorstandsvorsitzender der Signal Iduna-Gruppe Reinhold Schulte und Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Hamburg Frank Glücklich.(v. li.).
Energieeinsparung, Solartechnik, Abfallrecycling und Arbeitsschutz: Die Themenpalette der Preisträger des 15. SIGNAL IDUNA-Umwelt- und Gesundheitspreises der Handwerkskammer Hamburg war groß. Der mit 15.000 € dotierte Preis wurde am 30.November 2011 im Elbcampus verliehen.

Alle zwei Jahre findet die Verleihung statt und sie wird für Handwerkskammerpräsident Josef Katzer immer wichtiger: „Energieeinsparung, Ressourcenschutz, Abfallvermeidung und Arbeitsschutz – all diese Themen, die wir angehen müssen, werden hier berücksichtigt und praxisnahe Lösungen ausgezeichnet. Es ist besonders gut, dass diese Ideen aus Handwerk und Mittelstand kommen und nicht aus den großen Instituten oder global agierenden Industrieunternehmen.“

Die handwerklich geführte Wäscherei Edelweiß-Ordel aus Sachsen-Anhalt erhielt für ihr Konzept zur Einsparung von Wasser und Energie den ersten Preis. Wiedergewinnung von Wärme aus dem Wasch- und Trocknungsprozess und Wärmespeicherung sind darin ebenso enthalten wie die Was­serführung und -wiederverwendung. So schaffte der Betrieb eine Kosteneinsparung von 25 % für Wasser, Strom und Erdgas und liegt im bundesdeutschen Branchenvergleich klar über den Bestmarken. Dadurch haben sich auch seine Chancen, Ausschreibungen zu gewinnen, klar verbessert und der Betrieb hat bereits mehr Mitarbeiter als vorher.

Der zweite Preis ging nach Hamburg

Die take-e-way GmbH aus Hamburg wurde für ihr einfaches Sammelsystem für Elektro-Kleingeräte und Energiesparlampen mit dem zweiten Preis ausgezeichnet. Die sogenannte rote Sammelbox gibt es seit Anfang 2011. Sie steht in Supermärkten und öffentlichen Gebäuden, in Firmen und Institutionen. Allein ca. 72 Millionen alte Handys ohne Verwendung und noch viel mehr andere Altgeräte schlummern nach Expertenmeinung in den Haushalten Europas. Wenn man bedenkt, wie viele Rohstoffe aus der Abfallfraktion wieder zurückgewonnen werden können, wird deutlich, wie wichtig die sortenreine Trennung dieser Stoffe ist. Im Ballungsraum Hamburg können viele Bürger ihr altes Handy oder den alten Elektrorasierer bei den Recyclinghöfen abgeben – in ländlichen Gebieten sieht das ganz anders aus. Das System hilft allen bei der sinnvollen und gesetzeskonformen Entsorgung ihrer Altgeräte.

Franz Brinkmann erhielt den dritten Preis für sein Transportgerät für schwere und sperrige Holzplatten. Der Tischler aus dem Raum Bielefeld hatte einen Transportwagen mit Kippvorrichtung entwickelt, der einer Einzelperson erlaubt, Platten von über 80 kg Gewicht allein zu transportieren und auf einem Sägetisch abzulegen. Die Jury sah darin ein tolles Beispiel einer Innovation aus der Praxis für die Praxis, die das Anheben schwerer Lasten erleichtert und somit zu verringertem Krankenstand beitragen kann.

Sonderpreis für den Nachwuchs
Auch der Nachwuchs erhält ein Podium – so wurde der Sonderpreis an eine Technikschule aus Baden-Württemberg für ein Solarkraftwerk vergeben. Drei Schüler haben eine Einrichtung geplant und gebaut, in der die Sonnenstrahlen durch einen Parabolspiegel reflektiert und auf ein schwarzes Absorberrohr zentriert werden. Dort wird ein Trägermedium verdampft und mit dem Dampf eine Turbine angetrieben – eine sehr durchdachte und anschauliche Arbeit.

2013 werden sich wieder Handwerker, Kleinunternehmer und Einzelpersonen um den Preis bewerben können. Wer Interesse hat oder jemanden kennt, der dafür infrage kommt, wendet sich bitte an das Zentrum für Energie-, Wasser- und Umwelttechnik (ZEWU) der Handwerkskammer Hamburg.

Kontakt:
Dieter Fuhrmann, Tel.: 040 35905-810,
E-Mail: dfuhrmann@hwk-hamburg.de.


SIGNAL IDUNA-Umwelt- und Gesundheitspreis
Seit 1987 wird der SIGNAL IDUNA-Umwelt- und Gesundheitspreis der Handwerkskammer Hamburg für gute Ideen, Konzepte und Umsetzungen im Bereich des Umwelt- und Gesundheitsschutzes verliehen. Entstanden ist der mit 15.000 € dotierte Preis in Zusammenarbeit des 1985 gegründeten Zentrums für Energie-, Wasser- und Umwelttechnik (ZEWU) der Handwerkskammer mit der Signal Iduna-Gruppe. Bisher wurden in 15 Verleihungen insgesamt 33 Preisträger gekürt. Darunter befinden sich viele Handwerksbetriebe: Tischler, Kfz-Betriebe, ein Schuhmacher, Bäcker, ein Goldschmied, Schornsteinfeger, eine Baufirma; eine Wäscherei und zwei Innungen. Preiswürdig sind insbesondere die Einsendungen, die sich auf andere Betriebe oder Branchen übertragen lassen, also nicht nur speziell in einem Unternehmen einsetzbar sind.

Bildnachweis: Engel + Gielen, hfr

Dieter Fuhrmann