Zwischen Hürdenlauf und 100-Meter-Sprint

Koordinierungsstelle Teilzeitausbildung

Die Koordinierungsstelle Teilzeitausbildung berät junge Eltern, wie sie Familie und Ausbildung miteinander vereinen können. Doch gibt es noch viele Hürden, eine Ausbildung in Teilzeit erfolgreich zu absolvieren. Um Hindernisse aus dem Weg zu räumen, trafen sich die Akteure des Projektes im Dezember 2011 zu einer Fachtagung.

Einblick in den Workshop Kinderbetreuung.
Junge Eltern, die noch keine Ausbildung haben, können diese auch in Teilzeit absolvieren. Die wöchentliche Ausbildungszeit reduziert sich meist auf 30 Stunden. So bleibt Zeit, um Familie, Berufseinstieg und Lernen miteinander zu vereinbaren. Seit März 2010 gibt es in Hamburg die Koordinierungsstelle Teilzeitausbildung, um junge Eltern zu unterstützen und die Teilzeitausbildung in Hamburg weiter zu etablieren. Gefördert wird das Projekt aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) und von der Freien und Hansestadt Hamburg. Als Kooperationspartner informiert die Handwerkskammer Hamburg junge Eltern über das Handwerk.

Bislang hat die Koordinierungsstelle über 300 potenzielle Bewerberinnen (nur vier waren Männer) aus Hamburg beraten. 41 von ihnen befinden sich derzeit in Ausbildung oder starten diese in Kürze.

Noch viele Hürden in der Praxis
Doch eine Teilzeitausbildung verlangt in der Praxis viel von jungen Eltern. Hauptprobleme liegen darin, die Ausbildung zu finanzieren, eine Kinderbetreuung zu organisieren, die mit den Arbeitszeiten zusammenpasst und genügend Zeit zu finden, um für die Berufsschule zu lernen. Um möglichst viele dieser Hindernisse aus dem Weg zu räumen, luden die Akteure des Projektes im Dezember 2011 zur Fachtagung ins Bürgerhaus Wilhelmsburg ein. Detlef Scheele, Senator für Arbeit, Familie, Soziales und Integration, eröffnete die Veranstaltung und betonte in seinem Grußwort, wie wichtig das Angebot für junge Frauen mit Kindern sei. Rund 60 % von ihnen hätten vorher Arbeitslosengeld II bezogen. Mit der Teilzeitausbildung würde ihnen erst ein Einstieg in einen qualifizierten Beruf möglich.

In Workshops diskutierten die Akteure, wo verbessert werden kann. Schnell wurde klar, dass in vielen Bereichen nur der regelmäßige Austausch zwischen der Koordinierungsstelle und Akteuren aus Behörden, Kammern und Betrieben der Weg zum Ziel sein kann. So gibt es in Hamburg beispielsweise sehr gute Kinderbetreuungsmöglichkeiten, jedoch strukturierte Informationen darüber fehlen oft.

Im Vorfeld der Tagung hatte die Koordinierungsstelle Auszubildende und Betriebe befragt. Äußerst positiv fiel das Urteil der Unternehmen aus. Viele sehen in der Teilzeitausbildung eine Chance, motivierte Auszubildende für sich zu gewinnen. Eine Einschätzung, die auch Lars Andersen, Geschäftsführer der gleichnamigen Konditorei, teilt. Andersen hat bereits zwei junge Mütter in Teilzeit ausgebildet und würde es immer wieder tun.

Bildnachweis: Teilzeitausbildung, hfr

Karin Gehle