Das Handwerk ist optimistisch

Dezembertagung der Vollversammlung

Die Wirtschaftsmacht von nebenan blickt optimistisch auf 2012. Dies ist die wichtigste Botschaft der Dezembertagung der Vollversammlung der Handwerkskammer Lübeck. Die gute Nachricht für die Mitgliedsbetriebe: Die Beiträge bleiben auch in Zukunft stabil.



Das Handwerk hat gut zu tun. Dies war eine der positiven Nachrichten, die Günther Stapelfeldt den Vollversammlungsmitgliedern im Dezember präsentieren konnte. Der Vizepräsident der Handwerkskammer Lübeck, der den erkrankten Kammerpräsidenten Horst Kruse vertrat, bilanzierte die derzeitige wirtschaftliche Situation im Handwerk mit den Worten: „Dem Handwerk geht es gut, wenn der private Konsum und damit der Binnenmarkt gut aufgestellt ist. Derzeit haben die Handwerksbetriebe gut zu tun.“

Die Entscheidung vieler Verbraucher, angesichts der Schuldenkrise lieber in bleibende Werte, wie den Komfort oder die Energiebilanz des Hauses, zu investieren, nannte Stapelfeldt als Grund. „Man gönnt sich gutes Aussehen oder hochwertige Produkte – nicht aus dem Baumarkt, sondern vom Handwerksbetrieb“, so der Vizepräsident weiter. Entsprechend optimistisch blicke das Handwerk auch auf 2012, wenngleich es natürlich „einige Unbekannte“, wie die Dauer und Strenge des kommenden Winters oder die Entwicklung der Euroschuldenkrise gäbe.

Auch die diesjährige Handwerkszählung brachte erfreuliche Ergebnisse. „Mit 30.000 Betrieben, 150.000 Beschäftigten und 15 Mrd. € Umsatz bleibt das Handwerk das Rückgrat der schleswig-holsteinischen Wirtschaft“, betonte Stapelfeldt.

Dirk Palige, Geschäftsführer beim Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), informierte die Vollversammlung über die aktuellen handwerkspolitischen Themen auf Bundesebene. Nach Ansicht Paliges sei das Thema der Fachkräftesicherung eine der zentralen Herausforderungen in den kommenden Jahren. Vor dem Hintergrund des Anfang 2012 in Kraft tretenden Anerkennungsgesetzes zeigte er sich zuversichtlich, dass das Handwerk mit seinen Organisa-tionen gut aufgestellt sei.

Imagekampagne:
positives Zwischenfazit

Viel Lob gab es von den Mitgliedern der Vollversammlung auch für die seit nunmehr zwei Jahren laufende bundesweite Imagekampagne des Deutschen Handwerks. Eine aktuelle Forsa-Umfrage zeigt, dass insbesondere Jugendliche die Kampagne mögen und das Handwerk als „bedeutsam“ wahrnehmen. Auch in der Gesamtbevölkerung kommen die Botschaften der Kampagne an: Immerhin 15 % aller Befragten kennen die Imagekampagne. „Ein hervorragender Wert“, betonte Vizepräsident Stapelfeldt, der die Handwerksbetriebe aufforderte, die Kampagne noch stärker als „ihre eigene“ zu sehen.

Leistungswettbewerb: Rekordergebnis
Emotionaler Höhepunkt der Vollversammlung war die Ehrung der Siegerinnen und Sieger im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks. Vizepräsident Stapelfeldt freute sich über ein Rekordergebnis und einen wahren Medaillenregen für den Handwerkernachwuchs aus dem Kammerbezirk. Siebenmal Gold, einmal Silber und dreimal Bronze lautete die Erfolgsbilanz.

Bester Systemelektroniker wurde Malte Rejzek aus Klein Nordende. Er belegte ebenso wie Betonstein- und Terrazzohersteller Patrick Schefe aus Ellerau und Feinoptiker Raik Averhoff aus Brokdorf den jeweils ersten Platz. Mit Tim Schröder aus Klein Wesenburg kommt auch der beste Automobilkaufmann aus dem Norden, ebenso wie mit Martin Pigorsch aus Glasau der erste Bundessieger bei den Zerspanungsmechanikern.

Fast schon traditionelle erste Plätze gab es bei den Bootsbauern und den Segelmachern. Hier setzten sich Bootsbauer Jacob Behrens und Segelmacherin Judith Gebert aus Kiel durch. Zweite Bundessiegerin im Buchbinderhandwerk wurde Katharina Vollertsen aus Süderbrarup und dreimal Bronze gingen an den Informationselektroniker Marcel Buse aus Padenstedt, den Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker Nils Revenstorf aus Oldenburg sowie den Bäcker Niklas Dwenger aus Rellingen.

Zwei Nachwuchshandwerker erkämpften sich zudem einen Platz auf dem Siegertreppchen beim 23. Gestaltungswettbewerb „Die gute Form im Handwerk“. Finja Paustian aus Mühbrook gewann den ersten Preis im Beruf Kürschner und Benjamin Starke aus Henstedt-Ulzburg den zweiten Preis bei den Bodenlegern.

Einen ausführlichen Bericht über die besten deutschen Nachwuchshandwerker und deren Ausbildungsbetriebe finden Sie im Internet unter www.hwk-luebeck.de, Stichwort Aktuelles, Presseinformationen.

Bildnachweis: Grünke

Ulf Grünke