„Großer Bahnhof“ für die Neuen
Das Ausbildungsengagement im Bäckerhandwerk ist hoch. Über 120 neue Lehrlinge begrüßte die Bäcker-Innung Nord im Theodor-Schäfer-Berufsbildungswerk in Husum in der Handwerksfamilie.
Bei der Einschreibungsfeier der Bäcker-Innung Nord trugen sich 34 Lehrlinge des Bäckereihandwerks sowie 88 angehende Bäckereifachverkäuferinnen und Bäckereifachverkäufer in das Lehrlingsbuch der Innung ein. Obermeister Martin Martensen freute sich darüber, dass „so viele junge Menschen sich einen Beruf ausgewählt haben, derSpaß macht". Die Eltern forderte er auf, ihre Kinder während der Ausbildung nach besten Kräften zu unterstützen, damit diese auch in erfolgreiche Bahnen gelange.
Auch wenn etliche kleinere Bäckereibetriebe hätten schließen müssen, zeigte sich Martensen von der Zukunftssicherheit seines Handwerks überzeugt. „Es hat ein Strukturwandel stattgefunden mit einem erhöhten Konzentrationsprozess. Die Zahl der Verkaufsstellen ist landesweit aber gleich geblieben."
Finn Brandt, Berufsschuldirektor aus Niebüll, gratulierte ebenfalls zum neuen Ausbildungsplatz und zur Berufswahl. Er zeigte sich über die Produktvielfalt des Bäckerhandwerks beeindruckt. „Es ist schon erstaunlich, mit wie vielen Brotsorten man im Ausland nicht in Kontakt kommt." Brotsorten, die in Deutschland überall eigentlich Standard seien. Diese Vielfalt stünde für Kreativität - auch hinsichtlich der verwendeten Inhaltsstoffe. Kreativität werde aber neben der Produktion auch bei der Beratung durch das Verkaufspersonal benötigt und zeichne generell beide Ausbildungsberufe aus.
Bernd Eichner, Vizepräsident der Handwerkskammer Flensburg, äußerte sich zu den bemerkenswerten Entwicklungen im Nahrungsmittelhandwerk. „Ist es nicht paradox, dass ausgerechnet bei Lebensmitteln scheinbar der Preis Vorzug vor der Qualität genießt?"Dieser Entwicklung, so Eichner, müsse man zukünftig entschieden entgegentreten.
Dies sei auch Aufgabe des Bäckerhandwerks. Allerdings zeigte er sich überzeugt, dass die neue Qualitätsoffensive in Schleswig-Holstein unter dem Label „Traditionsbäcker" ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung sei. Er danke den Ausbildungsbetrieben für die anhaltend gute Ausbildungsbereitschaft, die letztlich aber auch für den Fortbestand der Betriebe im Handwerk unerlässlich sei.
ah

