Engagement in Hamburg zeigt Wirkung

Ausbildungsmarkt

Eine Statistik des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB) ergab, dass in allen Bundesländern die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Handwerk zurückgeht. Mit einer Ausnahme: Hamburg verzeichnet ein Plus von vier Prozent. Ein Erfolg der regionalen Umsetzung der Imagekampagne und der engagierten Arbeit zur Berufsorientierung.

Die Entspannung der letzten Jahre auf dem deutschen Ausbildungsmarkt ist 2012 ins Stocken geraten. Das ist ein Ergebnis statistischer Analysen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) in Verbindung mit Daten der Bundesagentur für Arbeit. Danach ging die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge bis zum Stichtag 30. September 2012 über alle Branchen hinweg bundesweit um 3,2 Prozent auf 551.271 zurück, im Handwerk betrug das Minus sogar 4,6 Prozent auf 147.327. In fast allen Bundesländern wurden weniger neue Lehrstellen vermittelt als im Vorjahr - mit einer Ausnahme: Das Hamburger Handwerk verzeichnet ein Plus von 4,0 Prozent oder 102 Ausbildungsverträgen auf 2.682.

Fachkräftesicherung

Josef Katzer, der Präsident der Handwerkskammer Hamburg, erklärt: „Wir freuen uns sehr, wenn unsere Maßnahmen gemeinsam mit den Betrieben und unseren Partnern bei Behörden und Ins-titutionen Wirkung zeigen. Offenkundig suchen und finden in Hamburg immer mehr junge Menschen ihren Traumberuf im Handwerk. Ein wichtiger Faktor für diesen positiven Trend ist sicherlich die engagierte regionale Umsetzung der Imagekampagne. Darauf bauen alle Beteiligten bei den Projekten zur Berufsorientierung und passgenauen Vermittlung effizient und sehr geschickt auf. Das zeigt uns: Wir sind auf dem richtigen Weg. Denn das muss bei aller Freude über den positiven Hamburger Trend gesagt sein: Wir sind noch lange nicht am Ziel. Die Fachkräftesicherung wird auch in den kommenden Jahren eine, wenn nicht die zentrale Herausforderung für das Handwerk bleiben."

Bedarfsgerechte Vermittlung

Das BIBB macht als Hauptursachen für den negativen Bundestrend die demografische Entwicklung und „Passungsprobleme von Angebot und Nachfrage" aus. Denn zugleich stieg 2012 die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze um 12,1 Prozent auf 33.276.

In Hamburg setzen sich in diesem Feld vielfältige Projekte der Handwerkskammer ein, darunter die Lehrstellenagentur Handwerk LAH und die Serviceagentur Anschluss Handwerk SAH. Für eine frühzeitige Berufsorientierung intensivierten 2012 SAH und Hamburger Handwerksbetriebe die Zusammenarbeit mit der Schulbehörde und den Schulen. Für eine passgenaue Vermittlung bot die LAH erstmals ein Azubi-Speed-Dating und die App „Lehrstellen-Radar" an.

Als weiteres Projekt zur Nachwuchs-gewinnung berät und unterstützt das Projekt Perspektive Handwerk junge Hamburger bis 24 Jahre bei Berufswahl und Ausbildungsplatzsuche. Die Arbeit all dieser Projekte ermöglichen Fördermittel des Europäischen Sozialfonds ESF, der Stadt Hamburg sowie der Bundesministerien für Arbeit und Soziales wie für Wirtschaft und Technologie. Schließlich entwickelte die Handwerkskammer 2012 mit den „Handwerkswelten" ein neues, vielversprechendes Format einer Berufsorientierungsmesse.

 

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