Lebendig altern
Vortrag von Dr. Henning Scherf
Für viele Menschen ist das Thema „Alter“ nicht unbedingt positiv besetzt. Nachlassende Fähigkeiten und Leistungsvermögen, Angst vor Krankheit und Demenz, Sorgen um die Finanzierbarkeit von Pflegeleistungen und natürlich Angst vor Abhängigkeit und dem Verlust der Selbstständigkeit bestimmen vielfach das Denken.
Demgegenüber steht die Frage: Wie wollen Menschen alt sein? Wie können sie würdig altern? Nicht isoliert von der Gesellschaft in Alten- und Pflegeheimen, sondern gemeinsam mit anderen, mitten im aktiven Leben?
Zu zeigen, dass dies möglich ist und wie das geht, ist das Anliegen von Dr. Henning Scherf. Der 1938 geborene promovierte Jurist war lange Jahre Bildungs- und Justizsenator und von 1995 bis 2005 Bürgermeister von Bremen. Er ist verheiratet, hat drei Kinder, ist mehrfacher Großvater und lebt mit seiner Frau und anderen in einer Wohngemeinschaft.
Henning Scherf hat zum Thema Altern zahlreiche Bücher geschrieben. Dafür begibt er sich vor Ort, besucht Heime, lebt eine Zeit lang mit alten Menschen mit. Er ist fest davon überzeugt, dass Minuten-Pflege und Finanzprobleme nicht hingenommen werden dürfen. Auch für Scherf ist Altsein eine Herausforderung. Aber für ihn ist sie zu bewältigen. Henning Scherf stellt damit dem allgemeinen Alters-pessimismus eine positive Sicht entgegen. Für ihn ist jeder Einzelne selbst die Lösung der Krise: Nicht jeder für sich und alle gegen jeden, sondern sich helfend und gegenseitig unterstützend. Das gelte im Kleinen und Großen, in der Familie, in der Nachbarschaft und letztlich in der ganzen Gesellschaft.
Plädoyer für das Ehrenamt
In der Generation der Älteren sieht Henning Scherf die „klassische ehrenamtliche Basis" der Gesellschaft, denn wer heute 60 werde, habe im Schnitt noch 30 Jahre Leben vor sich. „30 Jahre in wunderbaren Bedingungen, weil wir nämlich eine Rente haben, die uns ernährt, weil wir plötzlich Zeit haben, weil wir noch fit sind, weil wir uns noch interessieren können, einmischen können, weil wir uns noch beteiligen können, ohne immer zu fragen: Kriege ich da auch das richtige Gehalt dafür?", begründet Scherf diese Ansicht. Für ihn ist derjenige alt, der „mit 50 Prozent seiner Gedanken in der Vergangenheit ist. Jung, wer mit 50 Prozent seiner Gedanken in der Zukunft ist." Er selbst „leide nicht darunter, dass die Zahl der Möglichkeiten im Leben schrumpft, ich freue mich über die aktuellen Möglichkeiten, die ich nutzen kann".
Am 5. April ist Henning Scherf zu Gast in der Handwerkskammer Schwerin. Er wird dort einen Vortrag zum Thema „Wer nach vorne schaut, bleibt länger jung – lebendig altern.“ halten und anschließend für Nachfragen und Gespräche zur Verfügung stehen. Der Vortrag beginnt um 15.00 Uhr im Großen Saal der Handwerkskammer Schwerin in der Friedensstraße 4a.
Kontakt und Anmeldung:
Nicole Hackelberg, Tel.: 0385 7417-126, E-Mail: info@hwk-schwerin.de.
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