ZDH in Kürze
Fachkräftesicherung vorrangig / Aufschwung stabilisieren / Keine Privilegien
Fachkräftesicherung vorrangig
In den Lehrstellenbörsen der Handwerkskammern fanden sich Anfang August noch 15.000 freie Ausbildungsstellen. Das teilte der Zentralverband des Deutschen Handwerks mit. „Die jungen Leute haben die große Auswahl. In allen Berufen finden sich noch freie Plätze“, so ZDH-Präsident Otto Kentzler. Zum Stichtag 31. Juli lag die Zahl der im Handwerk neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge über dem Vorjahresergebnis. 82.427 neue Verträge – das ist ein Plus von 1,8 %.
Der Zentralverband betont, dass dies angesichts des demographischen Wandels mit einem deutlichen Rückgang der Schulabgängerzahlen über den Erwartungen liegt. „Das Handwerk“, so Kentzler, „hat deutlich gemacht, dass es bei der Fachkräftesicherung vorrangig auf Ausbildung in den Betrieben setzt.“
Aufschwung stabilisieren
ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke hat daran erinnert, dass der wirtschaftliche Aufschwung noch nicht selbsttragend sei. In einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung forderte Schwannecke die Bundesregierung auf, „nicht zu früh alle in der Krise aufgelegten Stützungsmaßnahmen für überflüssig zu erklären“. Bei den Lohnzusatzkosten müssten die Belastungen für kleine und mittlere Betriebe im Blick bleiben. Sorge bereitet dem Handwerk die nach wie vor schwache Binnenkonjunktur.
Keine Privilegien
ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke hat sich mit deutlichen Worten gegen die vom Bundesfinanzministerium betriebene Wiedereinführung des Fiskusprivilegs im Insolvenzrecht ausgesprochen. Es soll dem Staat den ersten Zugriff auf die Insolvenzmasse sichern. Nach Auffassung des ZDH hängt der Erfolg des auf Restrukturierung ausgerichteten Planinsolvenzverfahrens maßgeblich von der Einigungsbereitschaft der Gläubiger ab. Diese aber setze eine faire Lastenverteilung voraus. Das Fiskusprivileg „würde dieses Prinzip von Grund auf torpedieren“.
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Thomas Meyer-Lüttge

