Kunden zu Fans machen
Facebook als Marketinginstrument nutzen
Mit einer eigenen Facebook-Seite können Unternehmen ihr Marketing um ein Instrument ergänzen, den Dialog mit Kunden intensivieren und Neukunden gewinnen.
Zufriedene Kunden sind das Aushängeschild des Handwerkers. Auf der Internetplattform Facebook können Unternehmer mit dieser Zufriedenheit werben. Funktionen des Web 2.0 intensivieren in diesem sozialen Netzwerk den Dialog mit bestehenden Kunden. Geschickt eingesetzt, hilft es, neue Kunden zu gewinnen. Wenn diese dann ihre positiven Eindrücke auf der virtuellen Pinnwand des Handwerkers hinterlassen, werden diese automatisch verbreitet. Damit zählt Facebook weltweit zu den wirkungsvollsten Werkzeugen des Empfehlungs-Marketings.
Über 10 Millionen deutsche Nutzer
Dabei setzen die Betreiber auf ein Grundprinzip des Marketings: Werbung sollte dort platziert werden, wo möglichst viele Menschen möglichst viel Zeit verbringen. Immer häufiger nutzen Unternehmen Facebook als virtuelle Litfaßsäule. Dort tummeln sich ihre potenziellen Kunden. Weltweit hat das Portal derzeit rund 500 Millionen aktive Nutzer, die sich mindes-tens einmal pro Monat einloggen.
Auch in Deutschland wird das soziale Netzwerk als Werbeinstrument immer interessanter. Mittlerweile zählt Facebook hierzulande 10 Millionen aktive Anwender. Mehr als die Hälfte von ihnen ist mindes-tens einmal täglich auf der Internetseite www.facebook.de angemeldet und verbringt dort durchschnittlich 55 Minuten. Dabei pflegen viele nicht nur ihre privaten Kontakte. Sie bewerten und kommentieren Einträge anderer Nutzer, planen Veranstaltungen und teilen Informationen mit ihrem Netzwerk. Dies hat den Fluss von Informationen grundlegend verändert und beschleunigt.
Eine eigene Seite einrichten
Mit geringem zeitlichem und finanziellem Aufwand können auch Handwerksbetriebe die Plattform als ergänzendes Werbeinstrument verwenden. Anders als private Nutzer, die ein Profil anlegen, haben Unternehmen die Möglichkeit, eine eigene Facebook-Seite einzurichten (siehe Kasten). Die ist kostenlos und mit wenigen Klicks gestaltet. In der Basisversion bietet eine solche Seite die Möglichkeit, eine Pinnwand einzurichten und Fotos einzustellen, um das eigene Unternehmen kurz vorzustellen. Mit Hilfe vieler kostenloser Zusatzprogramme, sogenannter Applikationen, kann die Seite ohne großen Aufwand um zahlreiche Funktionen erweitert werden. Zum Beispiel lassen sich der eigene Video-Kanal bei Youtube oder der Zugang beim Kurznachrichtendienst Twitter mit der Seite verknüpfen. Aktualisierungen auf diesen Plattformen werden dann sofort bei Facebook gezeigt.
Auf diese Weise entsteht eine Art Web-Auftritt, der bei einigen inzwischen sogar als eigentliche Unternehmens-Homepage fungiert. Neben der Darstellung der Firma besteht der Mehrwert aber vor allem darin, dass Facebook es ermöglicht, eine fortlaufende Kommunikation mit den Nutzern aufzubauen. Der Mechanismus ähnelt dem eines Newsletters. Die Informationen verschwinden aber nicht in einem Meer von E-Mails. Stattdessen erscheinen sie auf der Facebook-Startseite des Nutzers.
Kunde wird zum Fan
Nachdem dieser die Facebook-Seite einer Firma gefunden und angeklickt hat, gilt es, ihn zu binden. Er wird nur dann Fan, wenn er den Button „Gefällt mir“ klickt. Das hat den Vorteil, dass er anschließend die Seite nicht mehr besuchen muss. Stattdessen sieht der Fan fortan alle neuen Inhalte, die auf der Firmen-Seite veröffentlicht werden, automatisch auf seiner Startseite Kunden werden aus verschiedenen Gründen zu Fans der eigenen Firma. Je mehr Anreize sie finden, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit. Häufig interessieren Kunden Fragen zu einem geplanten Projekt, die sie auf die Facebook-Pinnwand schreiben. Hierzu sollte ein Unternehmer die Nutzer sogar aktiv aufrufen. Denn sobald ein Nutzer mit ihm in Dialog tritt, steigt die Chance, dass er sein Projekt auch mit dem Handwerker durchführt, sobald er dafür professionelle Hilfe benötigt.
Wenn ein Kunde eine Arbeit durch einen Handwerker hat ausführen lassen hat und diesem mitteilen möchte, wie zufrieden er damit ist, ist Facebook ideal geeignet. Auch dafür muss sich der Kunde per Klick mit der Seite verbinden. Ebenso verlockend den Button „Gefällt mir“ zu drücken, sind exklusive Informationen, die nur für vernetzte Nutzer zugänglich sind. Dafür eignen sich Gewinnspiele und Sonderaktionen. Besonders beliebt sind Tipps aus dem eigenen Fachgebiet, die dem Kunden helfen, kleinste Arbeiten selbstständig durchzuführen. Sie locken den Kunden immer wieder auf die Seite und führen zu einer engen Bindung mit dem Handwerker.
In eigene Homepage einbinden
Die eigene Firmenhomepage lässt sich ebenfalls mit Facebook vernetzen. Dazu dienen die sogenannten Social Plugins. Das sind einzelne Facebook-Elemente, die eingebunden werden und die eigene Webseite interaktiver machen. Dazu zählt auch die Kommentarfunktion. Diese ermöglicht es Nutzern, eigene Eindrücke zu Produkten und Dienstleistungen zu beschreiben. Solch eine Rückmeldung bleibt nicht länger nur auf den Betreiber der Webseite und den Nutzer, der den Beitrag verfasst, beschränkt. Es erscheint bei sämtlichen Kontakten des Nutzers ein Hinweis, dass dieser einen Kommentar auf der Firmen-Webseite hinterlassen hat – inklusive eines Links dorthin.
Anzeigen gezielt platzieren
Darüber hinaus bietet Facebook auch die Möglichkeit, Anzeigen zu schalten. Unternehmer zahlen nur für jene Nutzer, die die Anzeige tatsächlich anklicken. Die Anzeige besteht aus einem kleinen Bild und maximal 130 Zeichen. Dabei können sowohl Inhalte auf Facebook, wie eine Facebook-Seite oder eine Veranstaltung, beworben werden als auch externe Inhalte wie eine Unternehmenswebseite. Da die Nutzer freiwillig zahlreiche persönliche Daten eintragen, lässt sich die Werbung für bestimmte Zielgruppen platzieren. Möchte ein Handwerker Männer im Alter von 20 bis 40 Jahren im Umkreis von maximal 50 Kilometer rund um seinen Firmensitz ansprechen, die derzeit Single sind und über einen Hochschulabschluss verfügen, lässt sich das präzise einstellen. So sehen auch nur diese Nutzer die Werbung im Umfeld ihres Profils.
Aber nicht nur Anzeigen führen Nutzer auf die eigene Facebook-Seite. Auch in bestehende Werbemittel sollte die Plattform eingebunden werden. Am einfachsten gelingt dies durch einen Hinweis auf der Firmenhomepage. Auch in der E-Mail-Signatur sämtlicher Mitarbeiter sollte nicht nur die eigene Internetadresse, sondern auch die Adresse des Facebook-Auftritts aufgeführt werden. Unternehmen, die regelmäßig Newsletter verschicken, sollten auch dort auf die Seite und eventuelle Sonderaktionen hinweisen, die sie auf Facebook durchführen. Schließlich müssen die Nutzer nicht nur über die neue Dialog-Möglichkeit informiert werden, sondern auch einen Mehrwert geboten bekommen, damit sie diese in Anspruch nehmen.
Einrichten einer Facebook-Seite
Für das eigene Unternehmen lässt sich eine Facebook-Seite in wenigen Schritten einrichten.
1. Seite anlegen auswählen
Ignorieren Sie auf der Homepage www.facebook.de den Bereich „Registrieren“. Stattdessen sollten Unternehmer unter dem grünen Button „Registrieren“ auf den Link „erstelle eine Seite“ klicken.
2. Kategorie wählen
Im ersten Schritt müssen Sie aus den drei Hauptkategorien Lokales, Marke und Personen auswählen. Tipp: Handwerker finden ihre passende Kategorie in der Regel bei Lokales.
3. Name der Seite festlegen
An dieser Stelle muss Ihnen bewusst sein, dass sich der Name nicht mehr verändern lässt. Deshalb sollte er möglichst Aussagekräftig sein und die wichtigsten Schlüsselbegriffe enthalten.
4. Die Basisinformationen hinterlegen
Jetzt können Sie ein Profilbild oder ein Logo einfügen und eine Kurzbeschreibung verfassen. Im Punkt Informationen können sämtliche Fakten rund um die Firma hinterlegt werden – angefangen bei der Adresse bis hin zu nahe gelegenen Bushaltestellen.
5. Was dürfen die Fans?
Im Punkt „Einstellungen“ können Sie definieren, was Fans auf Ihrer Seite veröffentlichen dürfen. Das kann vom Kommentar bis hin zu Videos und Links reichen. Keine Beiträge zuzulassen ist nicht im Sinne des Facebook-Gedankens. Schließlich soll der Dialog gefördert werden.
6. Verschiedene Zusatzfunktionen
Die Seite können Sie nach Ihren Bedürfnissen anpassen, indem Sie Zusatzfunktionen, wie Umfragen und Videos einbinden.
Buchtipp:
Felix Holzapfel, Klaus Holzapfel; Facebook, marketing unter Freunden, 248 S., Verlag BusinessVillage, Göttingen, 2010, 29,80 €, ISBN: 978-3-86980-053-0
Autor Felix Holzapfel ist Experte für Soziale Netzwerke und Berater bei der conceptbakery in Köln.
E-Mail: f.h@conceptbakery.de.
Bildnachweis: Imago
Felix Holzapfel / Jens Seemann

