Handwerkskonjunktur bleibt auf Stabilisierungskurs
Standpunkt
Das ist die zentrale Aussage des bundesweiten Konjunkturberichtes des Handwerks für das erste Quartal 2010. Danach seien alle Indikatoren etwas besser als im Vorjahresquartal; die Erwartungen signalisierten einen kraftvollen Start in das Frühjahr. Der Geschäftsklimaindex, der Lage und Erwartungen bündelt, liege nur noch knapp unter dem Niveau vor der Wirtschaftskrise.
Udo Hansen, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Flensburg. |
• Eine funktionierende soziale Marktwirtschaft wird vom Prinzip der Eigenverantwortung getragen. Inhabergeführte Handwerksbetriebe stehen dabei ganz besonders für einen verantwortungsvollen Umgang mit Risiken. Die Handwerker tragen das volle Risiko ihres unternehmerischen Handelns und sind bereit, für ihre Entscheidungen mit ihrem Privatvermögen zu haften. Die Konsequenz ist eine in der Regel vorsichtige und verantwortungsbewusste Geschäftsführung.
• Handwerksunternehmen arbeiten produktiv, effizient und achten auf eine angemessene Rendite. Eine hohe oder schnelle Rendite steht aber meist nicht an oberster Stelle.
Wichtiger für viele Unternehmen im Handwerk ist eine nachhaltige Kundenbindung durch ein angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis. Deshalb denken sie nicht wie börsennotierte Unternehmen in Quartalen, sondern – im Hinblick auf eine Nachfolge im Betrieb – in Generationen.
• Handwerksunternehmer – und ihre Beschäftigten – fühlen sich mit der Region verbunden und bekennen sich zu ihrem Standort. Daraus erwachsen ein sozial verpflichtendes Gefühl und eine hohe Bereitschaft, sich in der Region zu engagieren. Ob soziale, kirchliche, politische oder kulturelle Einrichtungen: überdurchschnittlich viele Handwerker engagieren sich für die Gemeinschaft. Dies schafft Vertrauen und Anerkennung und führt ebenfalls zu einer ausgeprägten Kundenbindung.
• Für das Handwerk ist Vertrauen seit jeher die Basis von Geschäftsbeziehungen. Das Vertrauen seiner Kunden in die handwerkliche Arbeit und den Handwerker selbst ist das wichtigste Kapital eines Betriebes. Schließlich erteilt der Kunde im Regelfall einen Auftrag für eine individuelle Leistung, die erst noch erstellt wird. Das setzt hohes Vertrauen in die fachliche Kompetenz des Handwerkers voraus. Für den Kunden ist es ein gutes Gefühl, wenn er weiß, wem er seinen Auftrag anvertraut. Vertrauen leitet sich auch aus der persönlichen Beziehung von Handwerker und Kunden ab. Viele Handwerksunternehmen sind vor Ort ansässig und ihren Kunden persönlich – und seit Jahren – bekannt.
Dies sind nur wenige Faktoren, die belegen, dass das Handwerk der zentrale Bereich der mittelständischen Wirtschaft ist und damit Garant für sichere Arbeits- und Ausbildungsplätze vor Ort. Die Daten der Konjunkturberichterstattung belegen dies in beeindruckender Weise.
Udo Hansen

Udo Hansen, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Flensburg.