Positive Erwartungen in den Betrieben

Handwerk weiter auf stabilem Kurs

Im Krisenjahr 2009 haben sich die mehr als 975.000 Handwerksbetriebe in Deutschland als wichtiger Stabilitätsfaktor der Wirtschaft erwiesen. Obwohl auch das Handwerk Umsatzeinbußen zu verkraften hatte, fiel der Einbruch, wie ihn andere Wirtschaftszweige erlebten, aus.

Die im Herbst vergangenen Jahres sich andeutende Belebung hat sich im Frühjahr 2010 fortgesetzt. Das unterstreicht unter anderem die Frühjahrskonjunkturumfrage des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), die ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke Ende Mai vorstellte.

Positive Erwartungen knüpfen die Befragten, an die Entwicklung der kommenden Monate. Der Geschäftsklimaindex machte einen Satz um 8,5 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahresquartal. Mit 74 Punkten erreichte er beinahe das Niveau vor der Wirtschaftskrise. Für die einzelnen Gewerbegruppen ergibt sich nach der ZDH-Umfrage folgendes Bild:

Bau:

Trotz des langen Winters sind die Betriebe zuversichtlich. Die Auftragsbestände sind höher als vor einem Jahr, der Wohnungsbau zieht leicht an, das Investitionsprogramm für die kommunale Infrastruktur wirkt.

Ausbau:
Wegen der hohen Nachfrage nach Sanierungen und Modernisierungen beurteilt diese Gruppe ihre Geschäftslage am besten.

Gewerblicher Bedarf:

Die Auslastung der von der Krise stark betroffenen Zuliefererbetriebe stabilisiert sich. Die Auftragsreichweiten steigen. Die Umsatzentwicklung ist nicht mehr so schlecht wie im Vorjahresquartal.

Kfz:

Nach dem Auslaufen der „Abwrackprämie“ ist der Pkw-Absatz um 23 % eingebrochen – mit entsprechenden Konsequenzen für die Umsätze. Ein Lichtblick ist das Werkstattgeschäft, das von den Winterfolgen profitiert hat.

Lebensmittel:

Die Lage ist stabil. Zu schaffen macht den Betrieben die aggressive Preispolitik industrieller Anbieter.

Gesundheit:

Die Lage ist besser als vor einem Jahr. Bei stabiler Beschäftigung hoffen die Betriebe auf bessere Umsätze.

Persönliche Dienstleistung:

Die Gruppe erwartet eine leicht anziehende Nachfrage. Die Situation ist stabil, wenngleich auf niedrigem Niveau.

Für das Gesamtjahr rechnet der ZDH mit steigenden Umsätzen der Betriebe bei gleichbleibender Beschäftigung. Allerdings werde der befürchtete „drastische“ Einbruch im Kraftfahrzeuggewerbe die Umsatzzahlen des Gesamthandwerks voraussichtlich auf ein Minus von 1 % ziehen.


Thomas Meyer-Lüttge